Wurzeln ernten – Heilkraft aus der Natur

Im milden Spätherbst ist die ideale Zeit, um Wurzeln zu ernten. Warum?
Weil die Pflanzen jetzt die ganze Kraft des Sommers in ihren unterirdischen Teilen gespeichert haben. Besonders interessant ist dabei der Japanische Staudenknöterich, eine gut erforschte Heilpflanze, die zunehmend auch in der europäischen Naturheilkunde Beachtung findet. Pharma- und Kosmetikunternehmen beschäftigen sich bereits intensiv mit seinen Inhaltsstoffen.

Verwendet werden ausschließlich die holzigen Wurzelstücke.

Wirkungsweisen – ein Überblick

Die Inhaltsstoffe zeigen eine breite Palette an Effekten, unter anderem:

adstringierend, analgetisch, antibakteriell,
angiogenesemodulierend, antiinflammatorisch,
antiarteriosklerotisch, antihyperlipidämisch,
antispirchätal, antiviral, antimutagen, antikanzerogen,
antineoplastisch, antithrombotisch, antipyretisch,
immunstimulierend, kardioprotektiv,
bronchienentspannend, hustenreizstillend,
schleimlösend, pilzhemmend, vasodilatierend,
ZNS-protektiv, ZNS-relaxierend, antidepressiv, angstlösend,
blutreinigend, entgiftend, schmerzstillend u.v.m.

(Quelle: W. D. Storl – Geheime Welt der Neophyten)

Herausragend sind der hohe Resveratrolgehalt sowie die besondere Bedeutung der Pflanze im Zusammenhang mit Borreliose. Damit ergänzt sie unsere heimische Heilpflanzenwelt auf wertvolle Weise.

Ernte und Verarbeitung

Da die oberirdischen Teile jetzt vertrocknet sind, gelangt man besonders leicht an die Wurzeln. Sie lassen sich einfach ausgraben. Wichtig ist, nur das mitzunehmen, was man wirklich verwendet: die holzigen Wurzeln – alles andere sollte am Standort bleiben.

So geht’s weiter:

  • gründlich waschen
  • in Stücke schneiden
  • bei maximal 50 °C trocknen
  • luftdicht und lichtgeschützt lagern

Achtung: Frische Wurzeln färben stark orange! Handschuhe und Wäscheschutz sind empfehlenswert – die Farbe lässt sich nicht auswaschen.

Pflanzenreste die bei der Aufbereitung anfallen werden in Restmüll entsorgt.

Das Entfernen der verdickten, trockenen Stängel im Herbst erleichtert zudem das Reduzieren des Neuaustriebs im Frühjahr.

Wie bei allen Heilpflanzen gilt: Nur an unbelasteten Orten sammeln, fern von Straßen und Industrie.

Durch die Nutzung der Pflanze wird gleichzeitig auch deren Ausbreitung etwas reduziert.

Gemeinsam lernen und austauschen

Wer mehr über die vielseitige Nutzung, die Verarbeitung und die ökologische Bedeutung des Japanischen Staudenknöterichs erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Bei unseren Knöterich-Stammtischen geht’s um alle Aspekte dieser faszinierenden Pflanze. Die Treffen finden in gemütlicher Atmosphäre in der Café Konditorei Heiss & Süss   https://konditorei.heissundsuess.at/ statt:

  • Freitag, 12. Dezember 2025, 15:30 Uhr
  • Freitag, 9. Januar 2026, 15:30 Uhr
  • Mittwoch, 21. Januar 2026, 15:30 Uhr
  • Freitag, 30. Januar 2026, 15:30 Uhr

Ein besonderes Highlight erwartet euch im Frühjahr:

Am Donnerstag, 16. April 2026, laden wir zu einem großen moderierten Infoabend mit sechs spannenden Kurzvorträgen zum Thema „Artenvielfalt statt Staudenknöterich“ ein.

Und danach geht’s gleich weiter mit spannenden Themen rund ums „Gärtnern für die Artenvielfalt“ und vielem mehr.

Mit Gesundheit und Lebensfreude durch die Spätherbstzeit!

Alles Liebe!

Barbara Maria Moser