Hauptsache Grün? „Ein Trugschluss!“ sagt der Schmetterling

Unser letzter Zupf-Mit-Einsatz beim Borg am 11. August bot eine skurrile Kulisse:

Im weitgehend ausgetrockneten Bachbett standen am Rand nur noch ein paar Pfützen, ein letztes Refugium für wenige kleine Fische, die sich darin tummelten. Die heimische Ufervegetation wirkte großteils dürr.

Und auf der gegenüberliegenden Uferböschung stand der invasive Staudenknöterich – fast schon provokant – in saftigem Grün.

Da drängt sich natürlich im ersten Moment der Gedanke auf:

Das ist doch super!

Der Knöterich bleibt selbst bei extremer Trockenheit und Hitze über Wochen frisch.

Doch der Schein trügt gewaltig.

„Hauptsache Grün“ ist nicht die Lösung für unsere Natur.

Schauen wir uns die beiden Uferseiten im Detail an:

Der Staudenknöterich – die biologische Wüste in sattem Grün.

Hier steht der invasive Neophyt wie eine undurchdringliche Wand.

Wer genauer hinsieht und horcht, bemerkt jedoch eine unheimliche Stille.

Es ist kein einziges Insekt daran zu entdecken – keine Wildbiene, kein Schmetterling, keine Raupe, kein Käfer.

Als invasive Monokultur verdrängt der Knöterich rücksichtslos jegliche Konkurrenz. Unsere heimische Tierwelt findet hier weder Nahrung noch Lebensraum.

Wo nur noch Knöterich wächst, stirbt die Artenvielfalt!

Auf „unserer“ Uferseite: trotz Dürre volles Leben.

Zwischen dem vertrockneten Gras stehen majestätische Königskerzen, große Kletten, zarte Weidenröschen, schlanker Blutweiderich und hübscher Wasserdost.

Und sie alle blühen!

Zugegeben, sie blühen wegen der Hitze nicht besonders üppig. Aber genau deshalb sind diese heimischen Pflanzen so überlebenswichtig, denn sie bieten den Tieren selbst in harten Trockenzeiten eine Rettungsoase.

Hier laben sich Schmetterlinge am Nektar, Wildbienen sammeln Pollen und Raupen knabbern an den Blättern.

Diese Uferseite ist vielleicht gerade nicht saftig grün – aber sie lebt!

Ein gesundes Ökosystem braucht Vielfalt.

Ein intaktes Gewässer misst sich nicht an der Intensität der Farbe Grün, sondern an seiner Funktion für die Tierwelt.

Wenn wir die biologische Vielfalt an unseren Bächen erhalten wollen, dürfen wir dem Staudenknöterich keinen Raum überlassen.

Jeder Zupf-Mit-Einsatz ist ein aktiver und messbarer Beitrag dazu, dass unsere Ufer lebendig bleiben, summen und brummen.

Ein großes Dankeschön an alle, die beim letzten Mal, trotz der Hitze, so tatkräftig mit angepackt haben!

Warum es funktioniert: Dranbleiben mit der SENSE-Methode.

Es funktioniert, weil wir drangeblieben sind, seit 2024 und die SENSE – Methode anwenden.

Es ist zwingend erforderlich, genauso vorzugehen:

Staudenknöterich
Entfernen
Nachhaltig
Systematisch
Einfach

– über den gesamten Vegetationszyklus von April bis Ende September in Zusammenarbeit mit den übergeordneten Stellen – Wasserverband Große Tulln.

Die Uferzonen der Gewässer sind in unserem Fall Bundesgebiet – also auch unser aller Lebensraum.

Die Rückgestaltung zu natürlichen Lebensräumen ist ein Beitrag für die Gemeinschaft, dient der Natur und uns gleichermaßen in vielfältiger Weise.

Unser Ziel: eine Knöterich-freie Strecke.

Unser Ziel ist, die gesamte Strecke vom Viadukt bis zum Wehr vom Staudenknöterich zu befreien und nach und nach eine gemischte Pflanzengemeinschaft auf der Fläche zu erhalten.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Bisher waren wir meist nur 4–6 Personen, die regelmäßig dabei sind.

So geht es nur langsam.

Wer nimmt sich ein bisschen Zeit und macht mit – diese Fläche als erste Fläche in Neulengbach Knöterichfrei zu bekommen?

Wir freuen uns auf neue helfende Hände.

für die Artenvielfalt statt Staudenknöterich.

Alles Liebe!

Barbara Maria Moser

Vilma

Vilma Fischkandl

Termine zum Gemeinsamen Staudenknöterich Entfernen:


Neulengbach

Mi. 26.8.2026 09:00 Anzbach, Weinbergstr. Brücke Eschenbachgasse
Mi. 26.8.2026 17:00 Laabenbach BORG
Fr. 04.9.2026 17:00 Laabenbach BORG

Altlengbach

Sa. 05.9.2026 16:00 Am Wehr / Innermanzing
Do. 10.9.2026 17:00 Laabenbach Radweg / Pizzeria Al Pacino
Mo. 14.9.2026 16:00 Lengbachhof / Sonnenweg